Pressemeldung
Hanau hat erstklassiges Trinkwasser
"Zu den Quellen des Lebens" war die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Hanau (SWH) im Wilhelmsbader Wasserwerk anlässlich der "Route der Industriekultur" überschrieben. Sauberes Trinkwasser ist für den Menschen das Lebensmittel Nummer Eins. Dass es in Hanau von erstklassiger Qualität ist, davon ließen sich zweimal rund 50 Interessierte bei Vortrag und Rundgang im Wasserwerk III überzeugen. Wassermeister Benno Hofmann, Energieberater Thomas Massing und Maschinist Alexander Schönhals führten in die Geschichte der Hanauer Trinkwasserversorgung sowie in die Technik der Wassergewinnung ein und gaben Tipps zum sinnvollen Umgang mit den wichtigsten Grundnahrungsmittel.
Mit 99 Prozent Grundwasser-Anteil, ständig hygienisch, chemisch und mikrobiologisch überwacht, ist das Hanauer Trinkwasser ein "absolutes Qualitätsprodukt", wie SWH-Geschäftsführer Ewald Desch versichert. Vor allem dank der Trinkwasser-Verordnung ist das Trinkwasser nach seinen Worten das "am besten kontrollierte Lebensmittel und schneidet damit grundsätzlich besser ab Mineralwasser aus der Fabrik".
In Aufbereitungsanlagen wird das neu geförderte Wasser mit moderner Technik von unerwünschten Stoffen befreit: Im Boden sind verschiedene natürliche Stoffe vorhanden, wie Kohlensäure, Eisen und Mangan. Diese Substanzen befinden sich auch im Grundwasser. In den Aufbereitungsanlagen werden dem Wasser diese und andere Stoffe soweit erforderlich entzogen. So zeigte das SWH-Team in Wilhelmsbad die sogenannten Treppenkaskaden, die da Eisen aus dem Wasser fällen.
Dieses SWH-Wasserwerk III - eines von insgesamt sechs - ging 1912 in Betrieb. Die Hanauer Wasserversorgung hat jedoch einen viel früheren Ursprung: Die erste nachgewiesene Leitung, die von Wachenbuchen aus die Brüder-Grimm-Stadt mit Quellwasser versorgte, geht zurück auf das Jahr 1750. Wie Wassermeister Hofmann in seinem Vortrag weiter ausführte, stellte der Röhrbrunnen auf dem Neustädter Marktplatz den Auslauf dieser Wasserleitung dar. Der obeliskenförmige Brunnen musste 1896 dem Brüder-Grimm-Denkmal weichen und wurde an den Paradeplatz (heute Freiheitsplatz) versetzt.
Die Bauordnung verlangte von 1888 an einen neuen Brunnen für jedes Haus. Höhere Qualitäts- und Mengenanforderungen an das Trinkwasser führten dazu, dass am 1. Oktober 1890 nach mehreren Versuchsbohrungen zwischen Kesselstadt und Dörnigheim das erste Hanauer Wasserwerk für ein Rohrnetz über 24 Kilometer in Betrieb genommen wurde.
Es folgten 1899 die Wasserwerke II (Leipziger Straße) und III (Wilhelmsbad) im Jahr 1912. Zehn Jahre später kaufte die Stadt Hanau das damals noch junge ehemalige Wasserwerk der Pulverfabrik, das aufgrund der abermals gestiegenen Nachfrage jedoch erst 1939 in Betrieb ging. Nach dem Beheben der großen Weltkriegsschäden von 1945 an übernahmen die Stadtwerke Hanau im Zuge der Gebietsreform die Wasserwerke Wallersee und Bruchwiesen in Großauheim sowie das in Mittelbuchen.
Das erste Wasserwerk in Kesselstadt hatte 1923 aufgegeben werden müssen, weil die nahe neue Main-Staustufe zu schlechter Wasserqualität führte. Der heute an der Landstraße noch im Urzustand zu sehenden Wasserturm ist hingegen noch in Betrieb und dient im Hanauer Rohrnetz als Druckausgleich.
Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein förderten die Stadtwerke Hanau bis zu 26. 000 Kubikmeter Wasser täglich. Heute sind es durchschnittlich noch 16.000 Kubikmeter, an heißen Sommertagen etwa 18.000 Kubikmeter. "Das hat zur Folge, dass die auf größere Fördermengen ausgelegten alten Pumpen schrittweise gegen solche für eine geringere Grundlast auszutauschen waren und sind.", beschreibt Dr. Dirk Drescher, bei den Stadtwerken für die Wasserversorgung zuständiger Abteilungsleiter. Denn die größere alten Pumpen würden zu Druckschüben im Netz führen und damit Rohrbrüche begünstigen.


