Pressemeldung
Fernwärmeversorgung erreicht Hanauer Innenstadt
Mit einer neuen Fernwärmetrasse öffnen die Stadtwerke Hanau (SWH) das Tor zur Innenstadt, um auch dort diese klimafreundliche Energie anbieten zu können. Die ersten bedeutenden Kunden sind gewonnen: Die Sparkasse Hanau mit ihrer Hauptstelle am Markt und die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), die auf dem alten Hanauer Schlachthofgelände das Einkaufszentrum "Postcarré" errichtet. Die Arbeiten dafür haben mit einer offiziellen Eröffnungsfeier im und am Sparkassengebäude begonnen.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel meinte stellvertretend für den erkrankten Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Sparkasse und "Postcarré" seien für die SWH "wichtige Multiplikatoren". Denn die Stadtwerke wollen dafür werben, auch Privathaushalte in der Hanauer City an die neue Fernwärmetrasse anzuschließen. Dazu nutzten sie in den Tagen zuvor bereits die Gelegenheit bei der Aktionswoche "Klima und Finanzen" der Sparkasse.
Mit Sparkasse und HBB setzen die Stadtwerke Hanau ihre Strategie konsequent fort, mit bedeutenden Fernwärmekunden für die ebenso effiziente wie Kohlendioxid mindernde Energieversorgung zu werben. So schlossen sie 2008 die Industrieunternehmen Heraeus und Vacuumschmelze an. Dies war und ist nach Aussage von Weiss-Thiel auch notwendig, um nach dem Abzug der US-Armee den dadurch verlorenen Absatz weitgehend wieder wett zu machen. Die Amerikaner waren in der Vergangenheit mit rund 40 Prozent Anteil der größte Fernwärmekunde.
2009 schlossen die Stadtwerke in der Kastanienallee zwei städtische Schulen und eine Kirchengemeinde an, zusätzlich neue private Tarifkunden. Weiss-Thiel betonte, auch die neue Fernwärme-Investition zeige, dass die Stadtwerke der Hauptenergielieferant in Hanau seien und blieben. Mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme seien sie "der kompetente Ansprechpartner in allen Angelegenheiten rund um die Energieversorgung".
SWH-Geschäftsführer Ewald Desch freute sich darüber, dass entlang der entstehenden Fernwärme-Trasse in der Innenstadt bereits 15 Kunden per Unterschrift ihre Anschlussabsicht bezeugt haben. Die Leitung entsteht von der Ecke Friedrich-Ebert-Anlage/Stresemannallee über Schnurrstraße, Lautenschlägerstraße, Französische Allee, Altstadt und Fischerstraße. Der Bau hat jetzt begonnen und dauert bis Ende April, wobei vier Kolonnen der Firma Diringer und Scheidel gleichzeitig wirken. In den betroffenen Straßen ist während des Baus mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Desch unterstrich, dass die vorhandene Leistung im Fernwärme produzierenden Kraftwerk Staudinger sowie in SWH-Reservekraftwerken mehr als ausreichend sei, um in Hanau neue Kunden zu gewinnen. Bei Staudinger wird dafür die Abwärme genutzt, ergo sind weder Heizöl noch Gas oder Kohle für die Wärmeerzeugung zu verbrennen.
Die neue, rund 925 Meter lange Innenstadt-Trasse hat eine Kapazität von rund 15.000 Kilowatt. Damit lassen sich insgesamt etwa 1000 Haushalte versorgen. Das reicht aus für die Innenstadt südlich der Langstraße.
Desch gab die Investitionshöhe für die Trasse mit rund 850.000 Euro an. Er betonte, dass der kommunale Energie-Dienstleister Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb der Trasse selbst übernehme. Dies alles aus einer Hand anzubieten, sei effizient und kundenfreundlich.


